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Buch: Wir in mir || Ethik als Verfahrensethik | Dr. Eckhard Türk | Mainz

 

Kein Ich ohne Wir. Dieser Satz ist für das christliche Menschenbild, insbesondere für die christliche Sozialethik und die katholische Soziallehre von zentraler Bedeutung und unbefragter Selbstverständlichkeit. Aber, bei genauem Hinsehen, was heißt das, und wie geschieht diese Ichwerdung durch das Wir, wie gehört das Soziale zum Individuum dazu?

Für den Verfassungsrechtler Dieter Suhr (1939–1990) ist die Sprache das Medium der sozialen Entfaltung der Individuen. Sie ermöglicht eine wirhafte Identität, die von ihm auf die Kurzformel des „Wir in mir“ gebracht wird. Sie umfasst den Zusammenhang von Bewusstseinsverfassung, über die geschriebene Verfassung, bis zur Realisierung in der Gesellschaftsverfassung.

In dieser Dissertation wird von Eckhard Türk, in Aufnahme der Suhrschen Reflexionen, die anthropologische Struktur des „Wir in mir“ als Propädeutik der Verfahrensethik herausgearbeitet. Die Operationalisierungsmaxime der Verfahrensethik lautet: Handle so, dass du in deinem Handeln der menschlichen Grundstruktur des „Wir in mir“ entsprichst und diese Struktur durch dein Handeln im Gesamt der Wirklichkeit nicht unmöglich machst.

Des Weiteren wird von Eckhard Türk gezeigt, dass ein solcher Ansatz der Verfahrensethik ein wichtiges Interpretament zur Auslegung biblischer Texte enthält. Das Auslegungsprinzip des „Wir in mir“ kann verdeutlichen, wie es im Innern des Menschen dazu kommt, dass er wirklich barmherzig wird, mitleiden und sein Handeln verantworten kann. Die Verfahrensethik wirft so ein neues Licht auf die Gleichnisse Jesu und verhilft zu einem vertieften anthropologischen Verständnis der biblisch-jesuanischen Ethik.

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Wir in mir

Ethik als Verfahrensethik

Dr. Eckhard Türk

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