Plunder
Ich habe es weder erhandelt noch teuer erworben. Es ist, ich weiß nicht wie, an mir hängen geblieben. Es ist das nicht beweisbare Glück dieser Dinge, daß sie verlorengingen und übrigblieben, als wertlos gelten und abgeschrieben sind. Streugut der Hinterhöfe und Kinderspielplätze, defekte Gummibälle und Murmeln aus Glas (lebenswichtige Bestandteile aus der Weltmacht alles Zwecklosen, Überflüssigen und Ungezählten, Unordentlichen und Fallengelassenen, Nichtnachgefragten und Aussortierten. ...)
Es ist die Gräte im Hals der Pedanterie, die Nimmerleinsziffer in jedem Fahndungssystem. Es ist der weltweite Bettel in seiner Würde, zuhaus im gerechten Trümmerfeld der Zeit, vergänglich in seiner unzähligen Einzahl, unsterblich in seiner Vielzahl, allgegenwärtig, leibhaftig, namenlos, und erstaunlich wie die Schuhcreme im Fastnachtskrapfen. ...
Christoph Meckel, "Plunder", Frankfurt 1989
