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Wanderung und Motivübernahme im mittelalterlichen Europa

Der Naumbuger Meister

Internationale Kontakte sind wichtiger denn je. Die Geschichte zeigt, dass es im Mittelalter offenbar internationaler zuging als heute. Besonders für Handwerker, z.B. für die Erbauer der großen Kathedralen gehörte das Wandern zum Beruf. Einzeln oder in Gruppen, sog. Bauhütten, zogen sie durch Länder und Reiche, von einer Baustelle zur nächsten auf der Suche nach Beschäftigung. Vollzieht man ihre Wege nach, so wird auf einmal eine Person fassbar, und wir begleiten sie ein Stück ihres Weges, ihres Lebens. Besonders die Wege der Bildhauer können wir anhand ihrer Werke gut verfolgen – so auch die Wege und Werke des sog. Naumburger Meisters, der unter anderem in Mainz wirkte: Wir kennen ihn nicht, er signierte nicht, seine Herkunft ist unbekannt, und doch können wir ihn ein Stück seines Wegs begleiten.