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| Wanderung und Motivübernahme im mittelalterlichen Europa |
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Seine Weiterentwicklung
Zur gleichen Zeit wie der Mainzer Lettner entstand ein Relief, dass die Mantelteilung des hl. Martin zeigt und sich heute in Bassenheim befindet. Der Kopf des Bettlers spricht eine uns bekannte Formensprache die Handschrift des Naumburger Meisters. Seine Stilentwicklung geht hier wieder einen Schritt weiter: Die Zeichnung des Bassenheimer Gesichts ist noch empfindsamer als beim vergleichbaren Mainzer Kopf.
Im Naumburger Dom schließlich blieben die meisten und reifsten Werke des Meisters und seiner Werkstatt erhalten, so unter anderem die Stifterfiguren. Sie stellen die wichtigsten Stifter des Doms dar. Da sie um 1250, also erst über 150 Jahre nach dem Tod der Personen entstanden, sind sie keinesfalls Porträts, obwohl gerade ihre Individualität beeindruckt und verblüfft.
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Ausdruck und Emotion
Mimik und Gestik, die der Meister den Figuren aufgrund überlieferter Geschichten gab, nehmen den Betrachter gefangen, sie deuten hin auf unterschiedliche Charaktere und auf etwas Schicksalhaftes. Die Figuren zeigen große Verwandtschaft mit Mainz: Die Edelfrau der Mainzer Verdammten ist die Vorläuferin der Markgräfin Reglindis in Naumburg. Wie die Mainzer Figuren waren auch die Naumburger einst farbig gefasst, was ihre Ausdruckstärke noch steigerte und für uns die Welt des Mittelalters bunt wiedererstehen lässt.
Das einzige Stück vom Naumburger Meister, das präzise datiert werden kann, ist der Grabstein für Bischof Dietrich II., der 1272 starb. Diese Arbeit ist die letzte des Meisters in Naumburg, und die letzte sicher ihm zugeschriebene. Dem Meister oder doch einem Meister aus seiner Werkstatt werden noch sieben weitere Figuren im Meißener Dom zugeschrieben; das jedoch ist nicht gesichert. Und spätestens danach verlieren wir seine Spur im Staub der Wanderwege.
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